Samstag, 10. März 2012

Von Vampiren, Blaubären und unsagbar kitschigen Mädchenbüchern

Da ich momentan krankheitsbedingt schulisch ein wenig pausierte, fand ich endlich mal wieder Zeit, um einige Bücher meines Stapels abzuarbeiten, wovon ich nun berichten möchte.

Zuallererst habe ich mittlerweile alle zehn Sookie-Stackhouse- (oder eben TrueBlood-)Bücher gelesen und mein Fazit ist immer noch dasselbe, wie nach dem ersten Buch, denn die Autorin schafft es tatsächlich auch noch im 10. Buch Handlungen parat zu haben, die nicht willkürlich sind und sich die Charaktere nachvollziehbar verhalten zu lassen. Außerdem die Randinfo, dass wohl noch weitere Bücher folgen werden, was mich persönlich sehr freut, weil es echt angenehm war, diese Bücher zu lesen, denn nur gute Bücher "entführen einen in eine andere Welt" (okay dämlich ausgedrückt, ich weiß). Worauf ich aber hinaus will, ist dass es nicht bei jedem Buch so ist, dass mein eine perfekt hinterdachte Welt hat, in der auch die Nebenrollen ihre Daseinsberechtigung finden und ihre Story haben. Ich will hier jetzt keinen Vergleich mit Meistern wie Tolkien ziehen, aber ich denke schon, dass diese Bücher hier ein wenig Anerkennung verdient haben.

Nachdem das also abgeschlossen ist komme ich zu Walter Moers 13 1/2 Leben des Käpt´n Blaubär:

Auch ein Buch, dass sein eigenes Universum schuf (selbst wenn es hier nicht so gut zu erkennen ist):



Walter Moers Schreibstil überzeugt dabei auf ganzer Linie und auch wenn er einen bisweilen mir schier ewig anmutenden Ausschweifungen quält, scheint es doch gekonnt gesetzt. Alles, was zu beginn noch wie ein wahlloses Chaos erschien, setzte sich am Ende zu einer zusammenhängenden Geschichte zusammen. Hier bietet sich auch ein Vergleich zu per Anhalter durch die Galaxis an, denn beide Bücher enthalten ausschnitte aus anderen imaginären Büchern und wo PAddG Ausschnitte aus einem Reiseführer enthält, enthält dieses Werk hier Auszüge aus einem Lexikon, wodurch die völlig neue Welt beinahe greifbar erscheint. Außerdem enthält das Buch diverse Zeichnungen, die es deutlich einfacher machen, sich alles vorzustellen. Ein tolles Buch, bei dem  ich wirklich jedem (egal welchen Alters) empfehlen kann, es zu lesen.

Gut. Als drittes habe ich Smaragdgrün gelesen, den dritten Teil jener Edensteintrilogie über Liebe und Zeitreisen (in dieser Reihenfolge). Ein Buch, dass mich nach Walter Moers sehr zum Schmunzeln brachte, weil die Schrift doppelt so groß und die Seiten doppelt so dick waren (so schafft man bei kleinen Mädchen die Illusion, die hätten viel gelesen, auch wenn man alles in 250 Seiten Softcover hätte packen können). Das wars dann auch schon fast mit der Beschwererei.. Das Buch ließt sich leicht und beschwerdenlos, was ich gut finde, da wir einen Ich-Erzähler haben (da wirkt das authentisch). Außerdem ist der Handlung größtenteils gut zu folgen, selbst wenn es manchmal ein wenig weit hergeholt scheint. EIn Buch also, dass man gut zwischendurch lesen kann (auch an einem Tag) und das wirklich lustig ist. Was mich allerdings ein wenig störte war das Ende, was nun wirklich das schlimmste Regenbogen-einhorn-Liebe-Blumen-Frühlings-Kitsch-ende ist, dass ich jemals erlebt habe. Also ein wenig hätte man sich da schon zügeln können, aber das mag möglicherweise daran liegen, dass ich ein Fan vom tragischen Ende bin. Leseempfehlung, wenn man etwas mit einem solchen Buch anfangen kann.

Jetzt liegen gar nicht mehr so viele Bücher auf meinem Stapel:
Die nächsten drei werden aber (ohne Gewähr)
  1. Aldous Huxley-Schöne neue welt
  2. George Orwell-1984
  3. Douglas Adams-Restaurant am Ende des Universums
L.

Mittwoch, 7. März 2012

The Boss of It All

Ich habe gestern per Zufall den Film The Boss of It All von Lars von Trier aufgenommen und kam heute dazu, ihn zu sehen:


Wie gewohnt erstmal die Randinformationen. Bei Regie und Drehbuch war hier wie erwähnt Lars von Trier tätig, ein Mensch, der einigen bereits ein Begriff sein sollte, denn er ist quasi das Enfant Terrible der Filmindustrie in Europa. Außerdem sorgte er anlässlich seines letzten Films Melancholia öffentlich für Schlagzeilen, aber das ist im Moment nicht Thema. Die Schauspieler sind mir allesamt unbekannt, da es sich vermutlich um dänische Schauspieler handelt.
Wovon handelt dieser Film?
Der Film beginnt ein wenig merkwürdig mit der Einblendung des Erzählers hier vom Regisseur selbst gegeben, der ankündigt, was für eine Art Film einen nun erwartet (eine Komödie) und der immer mal wieder einige Kommentare ablässt.
Die Handlung des Films ist etwas verstrickt und zwar findet man sich innerhalb einer kleinen IT-Firma wieder, in der der eigentliche Chef, von dem aber niemand weiß, dass er der Chef ist, einen Schauspieler engagiert, der den Chef spielen soll, damit der eigentliche Chef die Kritiken der Mitarbeiter auf ihn abschieben kann, während er selbst derweil versucht, die Firma zu verkaufen. Spannend wird dabei, wie die Machtverhältnisse sich langsam ändern und man zumindest bei den Hauptcharakteren eine gewisse Entwicklung wahrnimmt.

Die Optik des Films ist gewöhnungsbedürftig, einfach weil man von den etlichen Hollywoodfilmen perfekte Kameraführung gewohnt ist. Von Trier nutzte hier allerdings ein Kameraverfahren, dass ich für sehr bemerkenswert halte, denn per Computer ließ er die Kameras zufällig agieren, sodass die Schauspieler im Prinzip nicht wussten, wann sie gefilmt wurden. Das lässt die Optik teils chaotisch, teils einfach nur autentisch wirken.
Was ich außerdem erwähnenswert finde, sind die vielen "quasi" Running-Gags, die sich durch den Film ziehen, wie der Island-Dänemark Konflikt oder Edda-Zitate beziehungsweise Schauspielweisheiten.

Alles in allem ein Film, der mich auf jeden Fall neugierig auf weitere Lars von Trier Filme gemacht hat. Wenn man mal etwas Ungewohntes sehen möchte, dann empfehle ich diesen Film sicher. Gerade weil er dieses ganze Buisness-Sozialverhalten schön satirisch darstellt, was heute ja auch irgendwie aktuell ist.
HIER gehts zum Trailer.

L.

Dienstag, 6. März 2012

No country for old men

Ich habe vor kurzem No country for old men gesehen und denke, dass es nun Zeit für ein Fazit ist.


Regie führten Ethan und Joel Coen (sollten einigen ein Begriff sein; in den Medien eher erwähnt als Coen-Brüder), die unter anderem bekannt sein sollten aus The big Lebowski und True Grit. In den wichtigen Rollen hier Tommy Lee Jones (Men in Black) als Sheriff und Jarvier Bardem als Bösewicht. Außerdem Josh Brolin, der mir persönlich zuvor kein Begriff war, als Mann, dem per Zufall ziemlich viel Mist passierte.
Wovon handelt dieser Film?
Ein Mann findet per Zufall einen Tatort, an dem lauter Drogendealer getötet wurden und dort entdeckt er einen Koffer mit mehreren Millionen darin. Es kommt nun zu einer Art Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem Bösen, der den Mann mit dem Geld sucht, dem Mann, der nach dem Bösen sucht, um ihn zuerst zu erwischen, und dem Sheriff, der im Prinzip nach beiden sucht. Während des Films werden dabei nicht gerade wenige getötet und trotz der Überlänge hat man am Ende nicht unbedingt das Gefühl, ein zufriedenstellendes Ende zu haben, da so viele Fragen offen blieben.

Alles in allem ein ziemlich merkwürdiger oder anders gesagt ein bemerkenswerter Film, der mir ein ziemlich neues Genre eröffnete, weil ich obwohl er als Thriller umworben wird, nicht unbedingt finde, dass es ein Thriller ist. Wir finden hier sicherlich einen Film, der nichts ist, um ihn mal so nebenbei zu sehen, sondern einige Konzentration verlangt, beinahe als sei es ein Kunstfilm.
2008 konkurierte dieser Film unter anderem mit There will be blood, Michael Clayton und Juno und gewann dabei sowohl bester Film, als auch bester Nebendarsteller mit Jarvier Bardem und bestes adaptiertes Drehbuch.
Sollte man diesen Film gucken?
Ich denke nicht, dass es ein Film ist, den man unbedingt gesehen haben muss. Andererseits ist es ein sehr guter Film und wenn sich die Gelegenheit bietet, ist es keine schlechte Entscheidung, ihn zu gucken.
Der Trailer ist HIER

L.